Überraschung
Saturday, August 28th, 2010Einerseits hatte ich mich darauf gefreut, wiedermal was von Kim Wilde zu hören, gehörte sie in den 80ern doch zu meinen (Musik-) Idolen. Andererseits hatte ich auch ein bißchen Angst vor einer Enttäuschung, denn nach so langer Pause ein gutes Album abzuliefern, gelingt nicht vielen.
Gestern wurde ich von Kim Wilde’s neuem Album “Come Out and Play” (iTunes-Link) überrascht – und zwar auf unerwartet positive Weise. Nicht nur sind die meisten Songs auf dem neuen Album für meinen Geschmack sehr gut, auch scheint Kim’s Stimme eher gereift als einfach nur gealtert zu sein.
Meistens bevorzuge ich die schnelleren und rockigeren Uptempo-Nummern, zu denen gleich die ersten beiden Songs (“King of the World” und “Lights Down Low”) gehören. Und nach einem kleinen Tief in Gestalt von “Real Life”, das mich leider an diese unsäglichen, auf Dance-Tempo beschleunigten Balladen erinnert, geht es mit “I Want What I Want” und “Suicide” gleich mit viel Energie weiter.
Zwar nicht ganz nach meinem Geschmack, ist “Love Conquers All (with Nik Kershaw)” für mich dann doch noch eine der erträglicheren Schmusenummern. Der Tiefpunkt ist aber dann mit “Loving You More” erreicht. Nicht wirklich schlecht, aber es ist irgenwie alles zu viel Gejammer, und die Phrasen hat man alle schon x-mal gehört (“… can’t live without you by my side …”).
“Get out” reißt es wieder raus. Ein treibender Bass, ordentlich Bratgitarre und zirpende Keyboards klingen nach der alten Kim, und auch stimmlich erinnert vieles an die Power von “Chequered Love” oder “View from a bridge”. Kurz vor Schluß wird dann für mich mit “My Wish Is Your Command” das Thema des Albums nochmal deutlich unterstrichen: “Rockige Pop-Power”.
Der letzte Song auf dem Album, “Jessica”, wirkt wie ein Bonus-Track, der nicht wirklich zum Album gehört, aber eine andere, schon fast jazzige Kim Wilde erahnen läßt. Legt da jemand den Grundstein für die nächste Platte?
Hoffentlich nicht, denn der Rest des Albums kracht und ballert so schön in alter Frische, daß hoffentlich noch viel von dieser wilden Kim zu hören sein wird. Dieses überraschende Album ist ganz und gar gelungen!




















